Doctors for Choice Germany

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Doctors for Choice Germany enttäuscht über die Wiederwahl des DGGG-Vorstands

Doctors for Choice Germany enttäuscht über die Wiederwahl des DGGG-Vorstands

Die DGGG hatte im Vorfeld der Wahl Kritik an der erneuten Vorstandskandidatur der Abtreibungsgegnerin Prof. Dr. Köninger zurückgewiesen

München, 24.10.2026 – Gestern Abend kamen knapp 400 der 12.000 Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) zur zweijährlichen Mitgliederversammlung zusammen, um u. a. einen neuen Vorstand zu wählen. Allerdings stand lediglich der bisherige Vorstand zur Wiederwahl und die Wahl fand satzungsgemäß mittels Wahlliste statt. Obwohl es im Vorfeld der Wahl aus einigen Reihen starke Kritik an der erneuten Kandidatur der 1. Vizepräsidentin Prof. Dr. Köninger gab, konnte aufgrund der Listenwahl über einzelne Kandidat*innen nicht abgestimmt werden. So kam es zu dem leider nicht überraschenden Ergebnis, dass der bisherige Vorstand wiedergewählt wurde – jedoch nur mit 62% der abgegebenen Stimmen. 

“Ich – wie auch ein großer Anteil meiner Kolleg*innen in der Gynäkologie und Geburtshilfe – wünsche mir von meiner wissenschaftlichen Fachgesellschaft nichts weiter als einen evidenzbasierten Umgang mit allen Themen rund um reproduktive und sexuelle Gesundheit”, sagt Dr. med. Alicia Baier, Vorstandsmitglied von Doctors for Choice Germany e.V. sowie Mitglied der DGGG e.V. “Dass sich viele von uns eine Veränderung wünschen, hat sich auch im Wahlergebnis gezeigt. Statt einem sonst üblichen, fast einstimmigen Votum für die Wahlliste, hat ein Drittel der wählenden Mitglieder für eine Veränderung gestimmt.” 

Doctors for Choice hatte im August einen Brief mit Unterschriften von knapp 250 DGGG-Mitgliedern an den Vorstand der DGGG geschickt, in dem der Vorstand gebeten wurde, zur wissenschaftlichen Unabhängigkeit und öffentlichen Repräsentation der Fachgesellschaft Stellung zu beziehen. Der Grund: Die Kandidatur von Prof. Dr. med. Angela Köninger. Sie engagiert sich seit Jahren öffentlich in der sogenannten Lebensschutzbewegung und hat in der Vergangenheit ihre Position als Funktionsträgerin der DGGG genutzt, um ihrer persönlichen Haltung als Abtreibungsgegnerin in Stellungnahmen auf unwissenschaftliche Weise Ausdruck zu verleihen und politisch Einfluss gegen eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs zu nehmen. 

Da es nach der aktuellen Fassung der DGGG-Satzung nicht möglich ist, einzelne Gegenkandidat*innen aufzustellen oder gegen einzelne Kandidat*innen zu stimmen, haben die DGGG-Mitglieder des Vorstands und Beirats von Doctors for Choice Germany einen Antrag auf Satzungsänderung gestellt, nach der in Zukunft eine direkte Personenwahl möglich sein soll – statt der bisher üblichen Listenwahl. Dieser Antrag stand gestern ebenfalls auf der Tagesordnung und wurde von knapp über der Hälfte der Abstimmenden abgelehnt. Dennoch war bemerkenswert, dass 46 Prozent der Wahlteilnehmer*innen einen Wechsel zu einer direkten Personenwahl befürwortet haben.

“Das Ergebnis der Abstimmungen ist zwar enttäuschend, doch es ist sehr deutlich geworden, dass sich viele DGGG-Mitglieder Veränderungen wünschen und der DGGG-Vorstand zeigt sich offen dafür, in den Dialog zu treten”, berichtet Baier. “Diesen Dialog mit der DGGG begrüßen wir ausdrücklich wie auch die uns gestern in Aussicht gestellte Zusammenarbeit in einer zukünftigen AG zu reproduktiver Gesundheit innerhalb der Fachgesellschaft.“

Schwangerschaftsabbrüche gehören zur medizinischen Grundversorgung und müssen legal, sicher und für alle zugänglich sein, die sie benötigen. Das ist internationaler wissenschaftlicher Konsens, der sich in den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sowie von leitenden Fachgesellschaften von Ärzt*innen in der Gynäkologie und Geburtshilfe weltweit widerspiegelt. Doch dieser internationale Konsens zeigt sich bisher nicht in der Positionierung der DGGG.

Die DGGG hat als größte gynäkologische Fachgesellschaft in Deutschland erheblichen Einfluss auf Entwicklungen in der Versorgung, Aus- und Weiterbildung sowie in der deutschen Gesundheitspolitik. Als engagierte Mitglieder in unserer Fachgesellschaft freuen wir uns über die Einladung, zukünftig enger mit der DGGG zusammenzuarbeiten. 

Pressekontakt: 

Colette Rose, buero@doctorsforchoice.de, 0156 7835 1102

Mehr Information:

Blog-Beitrag von Doctors for Choice Germany, 23.07.2026: Doctors for Choice Germany besorgt um die wissenschaftliche Unabhängigkeit der DGGG

Bericht im Tagesspiegel, 16.10.2026: Paragraph 218: Warum auch die Frauenärzte-Spitze der Politik von einer Abschaffung abriet 

’ne Dosis Wissen Podcast, 22.10.2026: Kritik an DGGG-Vorstandswahl | Apotheken Umschau 

Bericht in der taz, 23.10.2026: Konflikt zwischen Frau­en­ärz­t:in­nen: Abtreibungsgegner an der Spitze der Gynäkologie | taz.de

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